Sonntag, 14. Dezember 2008

Weihnachtlich am dritten Advent

Einer der absoluten Klassiker der Vegi-Weihnachtsessen scheint der Nussbraten zu sein, sodass dieser ganz oben auf meiner Weihnachtsessentest-Liste stand. Eigentlich stehe ich ja allem möchtegern-fleischigen recht kritisch gegenüber, aber dieser wird so häufig gelobt, dass ich ihn unbedingt ausprobieren wollte. Das Rezept habe ich auf dieser Seite ergooglet. Da ich Rotkohl nicht sonderlich mag, sollte es Erbsen-Möhren-Gemüse, Salzkartoffeln und eine von dem Mann favorisierte Biersoße dazu geben. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das tschechische Schwarzbier schon allein bitter genug war oder nur gemeinsam mit den zu dunklen Zwiebeln einen so extremen Geschmack angenommen hat, aber letztere wurde nichts, sodass ich dann doch eine andere Soße zusammengebastelt habe. Der Nussbraten war wohl leider ein wenig zu trocken, sodass die End-Scheiben ziemlich brüchig waren (siehe Bild), aber mit Soße und Beilagen wirklich lecker, nussig-würzig und knusprig.
Zum Nachtisch gab es Muffins, die ich Samstagabend (na ja, eher -nacht) aus einem Muffingrundrezept meines neuerstandenen Muffin-Rezeptebuch, das ich bestimmt noch mal vorstelle, zusammengeworfen habe. Nicht zu süß und ein toller Schoko-Marzipan-Geschmack, der mit etwas Sahne oder Eis bestimmt zu einer leckeren, winterlichen Dessert wird.
Ja, abgesegnet – Diese Festtags-Variante kann ich empfehlen.


Beim Kochen gehört: Der mittlere Teil von Christoph Marzis „Lüge“, bald ist es geschafft!



Schnabulöses heute – Nussbraten mit Salzkartoffeln, Erbsen-Möhren-Gemüse und würziger Soße und zum Nachtisch Amaretto-Schoko-Muffins:










Nussbraten, 3-4 Portionen:
Je 100g Cashewkerne und Haselnüsse in der Küchenmaschine zerkleinern und mit 100g Semmelbröseln vermischen.
Etwas Margarine in einem Topf schmelzen lassen und die Würfelchen von 4 Schalotten andünsten. Sobald sie glasig sind, etwas Thymian und einen Esslöffel Mehl hinzufügen und 1-2min anrösten lassen. Nun mit einem Schneebesen 125ml Wasser unterrühren und andicken lassen. Die Mehlschwitze vom Herd nehmen und das Nuss-Semmelbröselgemisch mit etwas Salz, Pfeffer und Zitronensaft untermischen. Alles gut verkneten - Bei mir war die Masse etwas trocken, ich hätte ein wenig Flüssigkeit hinzufügen sollen. Eine Rolle formen in diese in Semmelbröseln wälzen
Etwas Öl in einen Bräter tun, die Rolle hineinsetzen und ihn in den auf 200° vorgeheizten Ofen schieben. Zwischendurch immer wieder mit Öl bepinseln, er braucht etwa 45min.

Beilagen für Zwei:
6-8 mittlere Kartoffeln schälen, Augen entfernen und (ganz oder halbiert) etwa 20min (je nach Größe, einfach piksen) mit etwas Wasser und Salz in einem Topf mit Deckel garen.
3 größere Möhren schälen, das Ende entfernen und in dünne Scheiben schneiden. Nun auch die Möhren mit etwas Wasser in einem Topf mit Deckel 25min garen, 2-3min bevor sie fertig sind Tiefkühl-Erbsen mit hinzugeben. Dann was Wasser abgießen und Stückchen Kräuterbutter unterrühren und das Gemüse kurz stehen lassen.

Die Soße:
Eigentlich nimmt man 3 Zwiebeln, schneiden sie in Scheiben, bräunt sie in Butter an, gießt dann eine halbe Flasche Schwarzbier hinzu, lässt sie eindicken und schmeckt sie mit Brühe und Honig ab.
Da das bei uns nichts wurde, habe ich dann eine Handvoll getrockneter Birkenpilze in warmen Wasser eingelegt und etwas Sahne auf den Herd gestellt. In die habe ich dann etwas Einweichwasser, die feingewürfelten Pilze und Biersoße nach Geschmack gegeben und alles mit Salz, Pfeffer und Zucker abgeschmeckt. Zum Schluss habe ich noch ein wenig gehackte Petersilie untergerührt.

Muffins, 12 Stück:
2 Eier mit 6 Esslöffeln Sonnenblumenöl, 125ml Amaretto und 100ml Milch verrühren. 150g Mehl mit 70g gemahlener Mandeln, 50g dunklem Kakaopulver, 120g Zucker, 3TL Backpulver, einer Prise Salz und einem Päckchen Vanille-Zucker vermischen. Nun ein Stückchen Zartbitterkuvertüre mit einem scharfen Messer zerkleinern und alles vermischen.
Die Masse in eingefettete oder mit Papierförmchen ausgelegte Muffinformen geben und diese dann für etwa 15-20min in den vorgeheizten Ofen schieben.

Kommentare:

Barbara hat gesagt…

Von diesem Nussbraten hatte ich noch nie gehört, klingt aber interessant und lecker.

Das ganze Essen gefällt mir! :-)

Food is just a 4-letter word hat gesagt…

Danke dir, ist auf jeden Fall mal ein ganz andere Geschmack! :)

kulinaria katastrophalia hat gesagt…

Dieses klassische Gericht war bisher noch unbekannt, aber bei der Biersauce kann mitgehalten werden, die letzte ging katastrophal daneben und schmeckt difus nach Sojasauce ;-)

Pino hat gesagt…

Die missglückte Biersauce hab' ich zu verantworten – ich fand kein dunkles Bockbier und darum griff ich zu dunklem tschechischen Bier. Und das war einfach zu bitter. Mea Culpa. Mea Maxima Culpa.

Alexandra hat gesagt…

Der Nussbraten klingt interessant, aber ich glaub das würde mich zusehr an den Nusskuchen meiner Ma erinnern. :)

Food is just a 4-letter word hat gesagt…

Die Befürchtung hatte ich lustigerweise vorher auch. ;D